Westdeutsche Zeitung vom 02.12.2005

Wie groß darf Sudberg sein?

Auf dem Gelände der ehemaligen Fabrik Hösterey war eine massive Bebauung geplant. In Frage steht, wie viel Belastung Sudberg noch verträgt.
Von Hartmut Schmahl

Wie viel Bebauung verträgt Cronenbergs südlichster Stadtteil Sudberg noch? Mit dieser Frage befassen sich die Bezirksvertretung und eine Bürgerinitiative schon eine ganze Weile. Viele Bürger waren sehr aufgebracht, weil auf dem Gelände der in Insolvenz gegangenen Firma Hösterey an der Sudberger Straße eine massive Bebauung geplant war. Den Bedenken lag die Annahme zugrunde, dass die Bevölkerung in Sudberg in Folge zahlreicher kleinerer Bebauungen inzwischen so zugenommen habe, dass die vorhandene Infrastruktur bereits jetzt zusätzliche Häuser in Frage stelle.
Doch nach Angaben der Stadt hat die Zahl der Bewohner im Stadtbezirk Sudberg keineswegs nennenswert zugenommen. Wurden in Sudberg 1980 noch 2111 Bürger gezählt, stieg die Zahl zwar bis zum Jahr 2000 auf 2323 an, fiel bis zum Jahr 2004 aber wieder auf 2250 zurück. Sehr gemischt ist auch die Altersstruktur. Bis zum Alter von 18 Jahren wohnen hier 344 Personen, 1255 Bewohner sind zwischen 18 und 45 Jahre alt, 60 und darüber sind 651 Sudberger.
Damit ergibt sich ein Durchschnitt für die jeweiligen Altersgruppen, der durchaus im Stadtmittel liegt. Sudberg weist keine Auffälligkeiten bei einer Altersgruppe auf.
Was aber auch einigen Bezirksvertretern Sorgen bereitet, ist die zunehmende Belastung durch den Fahrzeugverkehr. Viele Familien besitzen heute mehrere Autos. Die Ortslage Sudberg ist im Grunde nur über eine für alle Verkehrsarten geeignete und befahrbare Straßenverbindung über Berghausen und Oberheidt an den Ortsteil Cronenberg angeschlossen. Diese zweispurige Straße lässt nach Meinung der städtischen Verwaltung etwa 8000 Fahrzeuge pro Tag und Richtung zu. Zählungen zu den aktuellen Belastungszahlen gibt es jedoch nicht.
Auf Antrag der Grünen hat die Bezirksvertretung die Verwaltung gebeten, zu ermitteln, wie viele zusätzliche Bebauungsmöglichkeiten in Sudberg vor dem Hintergrund einer steigenden Verkehrsbelastung ohne den Bau einer neuen Straßenerschließung grundsätzlich noch hinnehmbar sind. Dahinter steht der Wille, die Verwaltung solle die Aspekte des Ortscharakters sowie des Landschaftsbilds in ihre Pläne einbeziehen.

- verfasst 2006-05-26 20:10 in Kategorie:

Kommentare

Kommentare deaktiviert