Cronenberger Anzeiger vom 14. Dezember 2016

+++ Offener Brief an den Stadtdirektor Dr. Slawig +++

Sehr geehrter Herr Dr. Slawig,

eigentlich wollte ich diesen Brief an das Oberbürgermeisterbüro senden. Dort ist er aber nicht angebracht, denn wer seit Jahren das Sagen in Wuppertal hat sind Sie. Sie tragen auch die Hauptverantwortung für das Dilemma und Drama um unsere Bürgerbüros und den Zentralort Steinweg mit den daraus resultierenden Problemen.

Sie agieren frei nach dem Spruch: Die Bürger mögen wohl recht haben, aber ich habe dazu eine eigene Meinung.
Es wäre an der Zeit mit dem Rest des Dreigestirns jetzt einmal die Bürger, die Bezirksvertretun-gen und nicht zuletzt auf die Mitarbeiter des Bürgeramtes einzugehen.
Man installierte zusätzlich einen Dezernenten für Bürgerbeteiligung und E-Goverment (geht das auch auf Deutsch), der mit seinem Dezernat mindestens so viel kostet, wie die Ersparnisse durch das Schließen der fünf Bürgerbüros (ca. 300.000,00 Euro jährlich). Übrigens, Herr Dr. Slawig, sind Sie uns immer noch einen Nachweis dieser Ersparnisse schuldig. Was sicher auch schwer möglich ist, da wir ja die Mieten in Cronenberg und Ronsdorf seit Jahren weiterbezahlen und Personal nicht eingespart, sondern umgesetzt wurde.

Mehrere hunderttausend Euro wurden in den Umbau eines „Großraumbüros“ am Steinweg in-vestiert, indem sich nicht nur die „Kunden“, sondern auch das Personal sehr unwohl fühlen, um es gelinde zu sagen. Frei nach dem Motto: „Wir sparen, koste es was wolle“.

Der Vorschlag, der jetzt vom GMW, Herrn Siegfried und Herrn Paschalis dem Stadtrat vorgelegt wird ist ein Schlag ins Gesicht der Cronenberger, Ronsdorfer, Vohwinkler, Langerfelder und Beyenburger Bürger.
Die schon im Haushalt vorgesehenen weiteren 4,5 Millionen Euro zur „Ertüchtigung des Steinwe-ges“ – ja wo kommen die den her – sind falsch an diesem Platz. Mit einem Bruchteil könnte man die Bürgerbüros komplett reaktivieren, damit würde auch der Steinweg entlastet.

Woher kommt denn das Geld für einen zentralen Neubau am Barmer Rathaus in drei-vier Jahren für das große Bürgeramt und das Straßenverkehrsamt. Sicher für Sie als Sparkämmerer kein Problem, schüttet man ja auch kurz 14 Millionen Teuerungsaufschlag für den Döppersberg so aus dem Ärmel. Mein Hals wird beim Schreiben immer dicker, wenn ich dann an die Worte unse-res Dezernenten Frank Meyer (Planungsamt) denke, die er im Frühjahr bei uns in Cronenberg sagte: “Cronenberg geht es zu gut, Gelder werden in anderen Bereichen (Talsohle) eingesetzt und selbst, wenn wir für Cronenberg Geld hätten, fehlt uns das Personal um es zu verplanen. Wenn ihr in Cronenberg was wollt, müsst ihr das selber hinkriegen“.

Wir machen in Cronenberg schon viel, aber wir zahlen auch nicht unerhebliche Gewerbesteuer von der wir auch gerne etwas in unseren Stadtteil eingesetzt hätten. Nicht nur im Bürgerbüro, sondern auch in Verkehrs-und Stadtplanung, Straßen und vielleicht auch kleine Verschönerun-gen. Ach ja, da muss ich an den gerade von der Stadt aufgestellten Weihnachtsbaum denken. Der wird seit vielen Jahren vor dem Cronenberger Anzeiger von der Stadt Wuppertal aufgestellt. Diesmal sehr stattlich (3,50 m einschließlich Spitze und dünn) sogar bis jetzt ohne Beleuchtung. Übrigens der einzige städtische Beitrag „ em dorpe“.

Rolf Tesche
Nachtigallenweg 17
42349 Wuppertal

- verfasst 2016-12-13 22:03 in Kategorie:

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