WZ Vohwinkel Donnerstag, 11. Dezember 2014



Die Abrissarbeiten an der Lessingstraße gehen weiter. Die Arbeiten werden von einem Unternehmen durchgeführt, das in Vohwinkel durchaus umstritten ist.
Fotos: Stefan Fries

Umstrittene Baufirma arbeitet weiter

VOHINKEL das Unternehmen, das für die Schutthalde verantwortlich ist, führt Abrissarbeiten an Lessingstraße durch.
Von Eike Birkmeier

Verunsicherung bei den Anwohnern im Dichterviertel:
Derzeit sind auf dem Baugelände an der Lessingstraße Abrissbagger mit dem Logo einer Firma im Einsatz, die bereits im Vohwinkeler Westen für erheblichen Ärger gesorgt hat. Dabei geht es um die umstrittene Schutthalde am Simonshöfchen. Hier läuft, wie berichtet, ein ordnungsbehörliches Verfahren gegen das mittlerweile insolvente Unternehmen (siehe Kasten). Dass dessen Name jetzt auch im Zusammenhang mit den Abbrucharbeiten an der Lessingstraße auftaucht, sorgt bei den Nachbarn für ein mulmiges Gefühl.
„Mit großer Sorge beobachten wir, dass hier eine Firma mit Frmenschild SOP auf ihren Fahrzeugen arbeitet“, sagt etwa Anwohner Matthias Stieglietz. „Wir fürchten, dass dieses Entsorgungsunternehmen nicht sorgfältig im Sinne der Umweltschutzauflagen arbeitet“, erläutert Stieglitz weiter. Der Boden auf dem Gelände sei laut Gutachten kontaminiert und müsse sorgfältig entsorgt werden.

Politik will Arbeiten auf dem Gelände weiterhin bobachten

Die Stadt verweist darauf, dass der Investor bei Arbeiten unter 300 Kubikmetern keine Abbruchgenehmigung benötige und in der Wahl des ausführenden Unternehmens völlig frei sei. „Wir stehen aber in gutem Kontakt zum Eigentümer des Geländes und haben die Arbeiten im Auge“, sagt Verwaltungssprecherin Martina Eckermann. Bezirksbürgermeister Heiner Fragemann (SPD) kann die Sorgen der Nachbarn verstehen. „Nach dem, was am Simonshöfchen passiert ist, lässt sich das gut nachvollziehen“, betont er. „Wir werden mit der Politik an diesem Thema dranbleiben“, verspricht Fragemann.
Auf der alten Industriebrache an der Lessingstraße sollen mittelfristig Wohnhäuser entstehen. Einem entsprechenden Offenlegungsbeschluss wurde in der September-Sitzung des Hauptausschusses mehrheitlich zugestimmt. Dabei sprach sich das Gremium wie die Vohwinkeler Bezirksvertretung dafür aus, das Vorhaben auf 70 Wohneinheiten zu begrenzen. Im Stadtteil ist das Projekt weiterhin umstritten. Viele Anwohner bemängeln unter anderem eine zu massiven Bauweise sowie künftige Verkehrsprobleme im ohnehin stark befahrenen Dichterviertel.

HALDE
UNGEKLÄRT Weiterhin unklar ist, wie es mit der Halde am Simonshöfchen weitergeht. Der acht Meter hohe Schuttberg sorgt nach wie vor für Riesenärger bei den Anwohnern. Das Thema wurde in der vorletzten Sitzung der Vohwinkeler Bezirksvertretung behandelt – allerdings im nicht-öffentlichen Teil. Die Stadt verweist auf die Datenschutzbestimmungen des derzeit laufenden ordnungsbehördlichen Verfahrens. „Wir können allerdings sagen, dass von der Halde für die Anwohner augenscheinlich keine Gefahr ausgeht“, erklärt Verwaltungssprecherin Kathrin Petersen.

VORLAUF Vor zwei Jahren wurde das 5000 Quadratmeter große Gelände vom Vohwinkeler Entsorgungsunternehmen gekauft. Seitdem wächst der Schuttberg. Die Firma betont, die Aufschüttung für eine Halle zu brauchen.

KOMENTAR
von Eike Birkmeier

Sorgen ernst nehmen

Nach der langen Vorgeschichte am Simonshöfchen sind die Sorgen der Bürger an der Lessingstraße bezüglich des hier tätigen Abbruchunternehmens mehr als verständlich. Stadt und Politik tun gut daran, das Thema ernst zunehmen. Auf der anderen Seite verdient der Investor an der Lessingstraße einen fairen Start. Dieser hat in der Vergangenheit mit Politik, Verwaltung und Bürgern einen offenen Dialog gepflegt. Die Zahl der geplanten Wohneinheiten mag umstritten sein. Eine langfristig ungenutzte Industriebrache wäre für die Attraktivität des Viertels aber auch wenig förderlich.

- verfasst 2014-12-11 20:02 in Kategorie:

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