Cronenberger Woche vom 18./19. Januar 2013 Seite 9

Hösterey Grundstück verkauft und Geld für die Stadt „futsch“?

Weiterhin ungeklärte Sanierung der Altlast sowie Verkauufsgerüchte bestimmten das Treffen des Bürgervereins “Sudbürger” / Verhalten der Stadt stößt auf Kritik und Unverständnis.

Das Hösterey-Gelände in Sudberg: Bereits seit dem Jahr 2005 beschäftigt
die dortige Altlast die Gemüter – warum noch nicht viel
geschehen ist, fragen sich die “Sudbürger”.
Foto: Archiv

Sudberg. Ein „spezielles“ Thema musste Sabine Böttcher im Rahmen der Mitgliederversammlung des Bürgervereins „Sudbürger“ (mehr dazu auf Seite 5) als „unerledigt“ an ihre Nachfolgerin Corinna Schlechtriem weitergeben:
Die Forderung nach einer Sanierung der Altlast auf dem „Hösterey-Gelände” hatte nicht nur zur Gründung der Sudbürger im Jahre 2006 geführt; sie steht seit dem auch auf der Agenda aller bisherigen Sudbürger-Vorstände und Mitgliederversammlungen.

Hösterey-Sanierung: „Das sagen die doch in jedem Jahr!”

Insofern war es eigentlich wie in jedem Jahr: Sabine Böttcher brachte einmal mehr ihr Unverständnis darüber zum Ausdruck, warum sich die Stadt nicht durchsetzen kann und sich nichts tut auf dem ehemaligen Firmengelände an der Ecke Schöppenberg/Sudberger Straße. Die Bemerkung eines Sudbürger-Mitglieds zum jüngsten CW-Bericht zum Thema “Hösterey”, in dem die Stadt einen Sanierungsbeginn in diesem Jahr ankündigte, sprach denn auch Bände: “Das sagen die doch in jedem Jahr!”
Derweil kursierte auf der Sudbürger-Versammlung das Gerücht, ein bebaubares Teilstück des Hösterey-Geländes sei zwischenzeitlich verkauft worden, und zwar für 50.000 Euro. Der Käufer sei ein “Kenner” der Örtlichkeiten, der das Grundstück nicht bebauen wolle, hieß es weiter. Dass die Stadt die Parzellierung des Grundstücks seinerzeit zuließ und nun möglicherweise nichts gegen einen Verkauf unternommen habe, wollte den Sudbürgern nicht einleuchten. Bleibe der Steuerzahler damit nun auf den 350.000 Euro für die Sanierung sitzen, von denen die Stadt etwa 20 Prozent übernehmen müsste, war eine Frage. “Warum sichert die Stadt nicht das 50.000-Euro-Grundstück für die Sanierungskosten?” “Warum lässt sich die Stadt so lange Zeit?”, lauteten weitere Fragen. “Das ist der größte Besch… des Jahrhunderts!”, befand ein Zwischenrufer zur Stadt-Rolle in Sachen “Hösterey”.

Bezirksbürgermeister fordert Stadt zum Handeln auf

Nicht so rustikal bezog Michael-Georg von Wenczowsky Stellung zum Thema “Hösterey”, die Nase voll scheint aber auch der Cronenberger Bezirksbürgermeister zu haben: Von Wenczowsky berichtete, dass er Stadtdirektor Slawig in einem Gespräch eindringlich zum Handeln aufgefordert habe. Es könne nicht sein, dass der Eigentümer das Geld für einen Verkauf des Teilgrundstücks einstreicht, während die Stadt beziehungsweise das Land die Sanierungskosten tragen müssten: “Wir müssen jetzt sehen, dass die Stadt kostenneutral aus der Sanierung herauskommt”, forderte der Dörper Bürgermeister und sagte zudem an die Adresse der Sudbürger: “Die Bezirksvertretung steht voll hinter ihnen – wenn jetzt saniert wird, ist das ein Verdienst der Sudbürger.”

- verfasst 2013-01-19 18:05 in Kategorie:

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