Westdeutsche Zeitung vom 5. Oktober 2012 Cronenberger Hahnerberg

Stets sachlich und auch beharrlich

SABINE BÖTTCHER Vor sechs Jahren wurde der Bürgerverein „Die Sudbürger“ gegründet. Als Vorsitzende steht Sabine Böttcher bei der Neuwahl nicht mehr zur Verfügung.


Sabine Böttcher ist Sudbergerin aus Überzeugung. Foto: Schmahl

LEBENSLAUF
MITBEGRÜNDERIN Die Diplom-Psychologin Sabine Böttcher wuchs in Barmen auf, ging dort zur Schule und legte an der Bergischen Universität ihr Examen ab. Seit 1993 lebt sie mit Ehemann, drei Kindern und Hund in Mittelsudberg. Wuppertals südlichster Ortsteil ist ihr ans Herz gewachsen. Seit 2008 bekleidet sie das Amt der Vorsitzenden im Bürgerverein „Sudbürger“, den sie im Jahre 2006 mitgegründet hat. Bei der anstehenden Neuwahl im Januar 2013 wird sie aus beruflichen und familiären Gründen nicht mehr kandidieren. Eine Nachfolgerin oder ein Nachfolger steht noch nicht fest. „Interessenten können sich gerne melden“, meint die 41-Jährige. „Natürlich werde ich mich weiter für Sudberg einsetzen und im Bürgerverein mithelfen.“

Von Jürgen Eschmann
Die „Sudbürger“ sind keine Wutbürger. Der Bürgerverein die „Sudbürger“ besteht mittlerweile sechs Jahre. Ein Damen-Trio mit der Vorsitzenden Sabine Böttcher an der Spitze leitet den rund 100 Mitglieder starken, jungen Verein, der einiges bewegt hat. Nicht mit martialischen Aktionen oder vollmundigen Programmen, vielmehr mit sachlichen Argumenten und unaufgeregter Beharrlichkeit. Das erklärte Ziel lautet: „Sudberg soll schön bleiben.“

Cronenberger erinnern sich

Die Rede ist vom südlichsten Ortsteil Wuppertals, der sich von Häuschen im Norden bis zum Waldschlösschen im Süden samt idyllischen, waldreichen Seitentälern erstreckt. Rund 2200 Menschen leben hier. »Unser Programm ist keine leere Floskel“, betont Sabine Böttcher, die seit 1993 in Mittelsudberg lebt.

Das Hösterey-Gelände war die Initialzündung

„Trotz reger Bautätigkeit in den vergangenen Jahren hat unser Sudberg nach wie vor viele schöne Seiten und ist ein lebenswerter Ort. Das müssen wir erhalten“, sagt sie. Als es im Jahr 2005 darum ging, ein brachliegendes Industriegelände vor dem Zugriff durch einen Investor zu schützen, der dort 27 Einfamilienhäuser in Doppel- und Reihenbauweise erstellen wollte, war das der Anlass für eine Bürgerversammlung, die sich in einem ausgeräumten Gewächshaus der Gärtnerei Knof traf, miteinander diskutierte, Tee trank und sich in der Sache schnell einig wurde. Es gab auch einen schönen Nebeneffekt bei dieser Versammlung, nämlich dass Alt-Sudberger und Neu-Sudberger sich trafen und miteinander austauschten. Kontakte wurden geknüpft, größtenteils mit Langzeitwirkung wie sich heute beweist. „Die vorgesehene Bebauung war zu massiv. Das hätte unter anderem zu einem Verkehrschaos geführt“, erinnert sich Sabine Böttcher, die sich bei der nächsten Jahreshauptversammlung schweren Herzens nicht mehr zur Wahl stellt. Beruf, Familie und die Arbeit bei den „Sudbürgern“ lassen sich nicht mehr unter einen Hut bringen.
Am 13. Januar 2006 wurde der Verein „Die Sudbürger“ gegründet. »An dem Vereinszweck, wie er in der ersten Satzung festgeschrieben wurde, hat sich nichts geändert“, bestätigt die Vorsitzende. „Wir treten für eine gedeihliche Fnwicklung Sudbergs sowohl im kommunalen Bereich, in der künftigen Gestaltung des Ortsbilds und in baulicher und verkehrlicher Hinsicht ein. Der Umweltschutz liegt uns besonders am Herzen.“ Dem geschäftsführenden Vorstand, dem die Journalistin Corinna Schlechtriem als stellvertretende Vorsitzende und die Angestellte Marion von Kürten als Kassiererin angehören, liegt die aktuelle Parksituation besonders am Herzen. Die Gretchenfrage lautet hier: „Wohin mit den Autos?“ Die Sudbürger fordern deshalb: Wenn Häuser gebaut werden, muss auch neuer Parkraum geschaffen werden. Für Spaziergänger sind die vollgeparkten Straßenränder eine gefährliche Sache, auch die Anwohner sorgen und beschweren sich.

Neben der inhaltlichen Arbeit zählt das familiäre Vereinsleben

Vor zwei Jahren stellte sich die Räumung der Schneemassen als Riesenproblem dar. Wochenlang wurde in Sudberg nicht geräumt, Busse fuhren nicht. „Jetzt gibt es angeblich ein neues Räumkonzept seitens der Stadt. Das aber konnte mangels Schnee in 2011 aber noch nicht erprobt werden“, sagt Sabine Böttcher.
Arbeit gibt es für „Sudbürger“ reichlich, denn auch das familiäre Vereinsleben soll nicht zu kurz kommen. Zum Beispiel die Organisation des beliebten „Osterfeuers“, oder der regelmäßige monatliche Stammtisch und die Beteiligung an stadtübergreifenden Veranstaltungen wie zuletzt dem „Sponsorenlauf zugunsten des Kinderhospiz“ erfordern persönlichen Einsatz nicht nur der Vereinsspitze. Damit Sudberg schön und lebenswert bleibt.

- verfasst 2012-10-15 10:23 in Kategorie:

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