Westdeutche Zeitung vom 03. Februar 2012

Cronenberg Hahnerberg

Unter Gras und Sträuchern

SUDBÜRGER Das Hösterey-Gelände bleibt das wichtigste Thema.
Von Hartmut Schmahl

Sieben Jahre sind inzwischen ins Land gezogen, ohne dass die erheblich belastete Schadstoffbrache der früheren Firma Hösterey beseitigt ist. Das löst beim Bürgerverein Sudbürger außerordentliches Unverständnis aus. 2006 hatte sich nicht zuletzt wegen des Grundstücks, von dem nachweislich erhebliche Gefahren ausgehen, der Bürgerverein gegründet. Zu den Schadstoffen gehört auch das krebserregende Chrom VI. Nicht erklärbar ist dem Bürgerverein, der Langmut, den die Ordnungsbehörden an den Tag legen. Als im vergangenen Jahr Oberbürgermeister Peter Jung in der Bezirksvertretung erklärte, die Stadt habe eine Ordnungsverfügung erlassen, keimte Hoffnung auf. Die nahm die Kölner Firma, in deren Eigentum das Firmengelände sich befindet, nicht hin und beschritt den Rechtsweg mit Widersprüchen.
„Das ist eigenartig und nicht durchschaubar“, stellte in der Jahreshauptversammlung die Vorsitzende Sabine Böttcher fest. Aus Datenschutzgründen habe sie von der Stadt keine umfassende Auskunft erhalten. Damit bleibt die Sanierung des Hösterey-Geländes ein Dauerbrenner. Längst sind Gras und Sträucher über die Altlasten gewachsen. Nur mangelhaft ist das Grundstück gesichert. Im Jahresrückblick der Vorsitzenden gab es Erfreuliches. Das alljährliche Osterfeuer war ein toller Erfolg und somit gut für die Kasse. Die Wanderung zum Manuelskotten mit Besichtigung und Fackelzug zurück nach Sudberg stieß auf große Resonanz.

Der Vorstand der Sudbürger hat das Hösterey-Gelände im Blick.
Dass jetzt vorgesorgt wird, dass der Ortsteil Sudberg nicht bei hohen Schneehöhen von der Außenwelt abgeschnitten wird, ist auch ein Verdienst der Bürgervereine. Denn nach dem Motto Einigkeit macht stark, wurde im vergangenen Jahr eine Arbeitsgemeinschaft der Bürgervereine unter dem Namen „Die Cronenberger“ gegründet. Beim Piccobello-Tag hätten mehr Sudberger helfen können. Dafür waren aber die kleinen Sudbürger umso stärker vertreten, die eifrig den Sudberger Ortskern reinigten. Der Vorstand erläuterte bei der Jahreshauptversammlung im Odenwaldhaus die Gründe, warum man nicht mehr im Stadtverband der Bürgervereine ist. „Von dort hat es zu keiner Zeit Unterstützung gegeben.“
Die 2. Vorsitzende Corinna Schlechtriem nannte dabei als Beispiel die Schließung des Bürgerbüros. Terminiert ist bereits jetzt das Osterfeuer für den 7. April. Jeden Monat gibt es wieder Bürgerstammtische.

- verfasst 2012-02-04 15:58 in Kategorie:

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