Cronenberger Anzeiger vom 20. April 2011

Cronenberger ++ Telegramm ++

+++ Ein Kompromiss – sei die Reduzierung der Öffnungszeiten des Cronenberger Bürgerbüros auf zwei halbe Tage bereits, sagte Wuppertals Stadtdirektor Dr. Johannes Slawig (Foto) in der Sitzung der Cronenberger Bezirksvertretung am vergangenen Mittwoch. Mit Sätzen wie „Wenn es nach mir gegangen wäre, wurden die Bürgerbüros in den Stadtteilen komplett geschlossen.“ sorgte die Verwaltungsspitze für eine perfekte Vorstellung dessen, was man allgemein unter „Klartext reden‘ versteht. Dabei hatte er keineswegs Hemmungen, seinen Standpunkt, „der sicher unangenehm und unpopulär ist“ zu vertreten. Das Spannungsfeld „zwischen Bürgerorientierung und Haushaltskonsolidierung sei der Stadtspitze vollkommen bewusst und erfordere „verantwortungsvolles Handeln“ und vor allem einen „sorgsamen Umgang mit Steuergeldern“ 1 insbesondere „solange es keine umsetzbaren Alternativen gibt“.

Änderungen kommen

Tatsache ist jedenfalls, dass dem Ratsbeschluss vom 12. 7. 2010 folgend die Teilschließung des hiesigen Bürgerbüros ab September 2011 umgesetzt wird. Dann steht die Verwaltung den Menschen in Cronenberg noch an zwei halben Tagen in der Woche zur Verfügung. Welche Tage das sein werden und auch ob vor- und / oder nachmittags steht derzeit noch nicht fest. Auf einige Dienstleistungen müssen die Cronenberger vor Ort sogar ganz verzichten. So können zukünftig alle Pass-Angelegenheiten nur noch zentral im neuen Bürgeramt am Steinweg in Barmen erledigt werden und auch eine „normale“ Trauung ist nur noch zentral möglich. „Ambiente-Trauungen können aber weiterhin an jedem Platz in der Stadt durchgeführt werden“, erklärt der Stadtdirektor, allerdings nur, wie auch schon jetzt. gegen höhere Gebühren.

Unterschriftensammlung ohne Wirkung

Mit einiger Verwunderung quittierten später die Zuschauer im Saal die Haltung der BV-Fraktionen von CDU und SPD, die sich im Sommer des letzten Jahres noch geschlossen und vehement für den Erhalt des Cronenberger Bürgerbüros geäußert hatten, die jetzt realisierte „Teilschließung als großen Kompromiss“ anzusehen, für den man „der Verwaltung dankbar sein müsse“. So verwunderte es auch nicht, dass Stadtdirektor Slawig dankbar aber ungerührt das Paket mit 4313 Unterschriften für den Erhalt des Cronenberger Bürgerbüros, die von den hiesigen Bürgervereinen gesammelt worden waren, aus den Händen des CHBV-Vorsitzenden Rolf Tesche und der Vorsitzenden der Sudbürger, Sabine Böttcher, entgegennahm. +++

- verfasst 2011-04-21 20:01 in Kategorie:

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