Westdeutsche Zeitung Dienstag, 19. Januar 2010

15000 Tonnen Boden werden ausgetauscht

KOHLFURTH Das mit Schadstoffen belastete Gelände an der Unterkohlfürth soll saniert werden.

Das Gelände rund um die ehemaligen Galvanik-Betriebsgebäude ist stark mit Altlasten kontaminiert.

Von Manfred Görgens

Dass ausgerechnet ein Arzt die Galvanotechnik erfand, stimmt bedenklich. Indessen ist es weniger ihm als der Unbekümmertheit seiner Epoche zuzuschreiben, dass er nicht gleich auf die Gefahren hinwies. Diese sind beachtlich. Allein Chromat, einer der anfallenden Schadstoffe, kann Hautkrebs auslösen.

Entsprechend brisant ist der ehemalige Galvanik-Standort an der Unterkohlfurth 76. Starke Verschmutzungen des Bodens seien bei umfangreichen Untersuchungen nachgewiesen worden, bestätigt die .Stadt. Da es sich um leicht lösliche Substanzen handelt, gelangen die Stoffe ins Grundwasser. Derzeit bedeute das keine Gefahr, da dort kein Trinkwasser gewonnen werde und niemand direkten Kontakt mit dem Boden habe.

Um trotzdem eventuellen Auswirkungen vorzubeugen, soll das Gelände nun saniert werden. Die Kosten in Höhe von 3,2 Millionen Euro teilen sich die Firma Baaske als Verursacher, die Stadt und der Altlastensanierung- und Altlastenaufbereitungs-
verband NRW (MV).

Der Beginn der Arbeiten ist für Februar vorgesehen, wobei zunächst Rodungen für eine Baustraße erforderlich sind. Die Straße soll von der Brücke an der Schütt bis zur ehemaligen Kaltenbacher Mühle führen. Maßnahmen zum Schutz von Amphibien-, Reptilien- und Vogelarten werden die Arbeiten begleiten.

Nach dem Abriss des ehemaligen Betriebsgebäudes erfolgt ab Juni der Austausch von annähernd 15000 Tonnen Boden. Gänzlich schadstofffrei werde das Gelände auch nach Abschluss der Arbeiten gegen Jahresende nicht sein, heißt es schon jetzt. Dennoch können die Gefahren drastisch minimiert werden. Wie hoch sie einzuschätzen sind, zeigt die Tatsache, dass man während der Abbruchmaßnahme durch Befeuchtung Staubvervehungen eindämmen will. Auch Haustiere sollten daran gehindert werden, das Gelände zu betreten.

BÜRGERINFORMATION

INFOABEND Am 28. Januar informieren die Stadt und der AAV Anwohner über die Sanierung. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr in der Aula der Hauptschule Cronenberg, ßerghauser Straße 45.

BERATUNG Hubert Nobis Ressort Umweltschutz, Telefon 5635012.

- verfasst 2010-01-20 20:42 in Kategorie:

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