Westdeutsche Zeitung vom 15. Januar 2010

Cronenberg Hahnerberg

In den Krallen des Sparzwangs

SPARKONZEPT Parkraum-Bewirtschaftung sowie Schließung der Bücherei und des Bürgerbüros sorgen für Gesprächsstoff.
Von Hartmut Schmahl

Kämmerer Johannes SIawig (l.) zeigte die Notwendigkeit für das Sparen auf. Foto: Hartmut Schmahl

„Wie kommt Cronenberg bei der Umsetzung des Haushaltssicherungskonzepts (HSK) weg?“ Das war die Frage, die sich zahlreiche Gäste von Organisationen und Vereinen bei einer Veranstaltung der CDU stellten. Zunächst einmal scheinen sich die Auswirkungen nach den Ausführungen von Stadtkämmerer Johannes Slawig in Grenzen zu halten. Auf jeden Fall wird in der Ortsmitte die Parkraumbewirtschaftung eingeführt, was vom Einzelhandel heftig kritisiert wurde. Bereits jetzt fahren viele Bewohner zum Einkauf durch die Ortsmitte nach Unterkirchen oder zum Hahnerberg.
Nicht so einfach hinnehmen wollen die Cronenberger, unterstützt von der Bezirksvertretung, die Schließung des Bürgerbüros. Denn das würde Wege von Cronenberg bis zum Steinweg in Barmen bedeuten. „Da möchten wir mal erst im Detail die Einsparungen für die Verwaltung erläutert wissen“, forderte Rolf Tesche vom CHBV.
Ob die Stadtteilbibliothek erhalten werden kann, steht auf dem Prüfstand. Für die Bereiche Kultur, Sport und Soziales sind Zuschusskürzungen nach den Ausführungen Slawigs unvermeidbar. Nicht mit Gebühren werden auch künftig die Sporthallen- und Plätze belegt.
Zahlreiche Vereinsvertreter verwiesen auf das in Cronenberg stark vertretene Ehrenamt. Vielleicht gibt es beispielsweise im Büchereiwesen ehrenamtliche Hilfe, die die Schließung verhindert. Der Stadtkämmerer versicherte, dass man alle Bereiche auf den Prüfstand gestellt habe und bei der derzeitigen Situation den Bürgern einiges abverlangt werden müsse. Überall sind Prioritäten zu setzen. „Die im HSK vorgeschlagenen Maßnahmen sind realistisch, auf ihre Umsetzbarkeit sehr genau geprüft“. Nur bei Nutzung der eigenen Einsparmöglichkeiten sei Hilfe von außen, vom Land zu erwarten. Natürlich wurde auch die Frage nach der Notwendigkeit des Döppersberg-Umbaus diskutiert. Bund und Land fördern die Neugestaltung mit 65 Millionen Euro, diese sind jedoch zweckgebunden dürfen keinem anderen Zweck zugeführt werden. Ähnlich geht es um den Einsatz von zehn Millionen Euro der Deutschen Bahn, die ebenfalls nur für die Neugestaltung Döppersberg eingesetzt werden darf oder sonst in eine andere Stadt fließen. Die Eigenmittel der Stadt müssen nicht aus dem laufenden Haushalt genommen werden.
Sie waren für andere Projekte, wie den Ausbau des Hammerstein-Kreisels oder der Kreuzung am Cronenfeld zurückgelegt worden. Der Stadtkämmerer verwies darauf, dass die geförderte Döppersberg-Neugestaltung weitere erhebliche Investitionen mit sich bringen wird. „Das wird ein Symbol für den Überlebenswillen und die Zukunftsfähigkeit der Stadt“.

- verfasst 2010-01-15 20:32 in Kategorie:

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