Wuppertaler Rundschau Mittwoch, 16. Dezember 2009 Nr. 51

Blick in das trostlose Innere der ehemaligen Fabrik Marcus.
Foto: Conrads

Häuser statt Ruinen und Ölfässer

Abrissarbeiten auf dem ehemaligen Firmengelände an der Lilienstraße ruhen

(kgc). Seit Jahrzehnten steht die alte Fabrik der Firma Marcus an der Lilienstraße 18/20 mit einer Gesamtfläche von über 2.500 Quadratmetern leer. Früher wurden hier Gewindeschrauben für Eisenbahnschwellen hergestellt und wiederaufbereitet, Die billigere Konkurrenz in Osteuropa machte die Geschäfte kaputt, das Ronsdorfer Unternehmen gab auf. Seitdem verfällt die Gewerbebrache zusehends, die leere Hülle ist zur Ruine verkommen.
Während zwei Wohnhäuser, die früher als Wohnungen, Büros und Sozialräume dienten, den traurigen Anblick etwas kaschieren, wird das Ausmaß beim Blick vom ehemaligen Verbindungsweg zum Mohrhennsberg deutlich: Teilabriss, eingeschlagene Scheiben, ein zerstörtes, einsturzgefährdetes Dach. Die Zäune reichen nicht aus, um spielenden Kindern den natürlich verbotenen Weg auf das Grundstück zu versperren.
2004 brannte es in der Fabrik, die Freiwillige Feuerwehr Ronsdorf musste anrücken. Gegenwärtig lagern dort angeblich in einem garagenähnlichen Raum (halb-) volle Benzinkanister, im Hauptbereich der Ruine ein mehrere 100 Liter großes Fass mit Altöl.

Bauaufsicht kontrolliert

Die Stadtverwaltung teilt mit, dass für die Fabrikanlage bereits im September 2005 eine Abbruchgenehmigung erteilt wurde. Im Vorgriff auf die geplante Gesamtbaumaßnahme und zur Sicherung des Grundstücks wurden Teile der Hallendächer entfernt. Das Objekt wird turnusmäßig von der Bauaufsicht kontrolliert. Vereinzelte Sicherungsmaßnahmen der Baustelle wurden umgesetzt. Zurzeit ruhen alle Arbeiten. Markus Bien vom städtischen Presseamt: „Leider kommt es immer wieder dazu, dass Kinder sich unbefugten Zutritt verschaffen. Daher bleibt uns nur die Möglichkeit, die vorhandenen Sicherungsmaßnahmen in kürzeren Abständen zu kontrollieren und, soweit erforderlich, vom Eigentümer erneuern zu lassen. Wenn die Abbrucharbeiten, wie geplant, in 2010 fortgeführt werden, sind diese entsprechend einem vorliegendem Entsorgungskonzept mit Gefährdungsabschätzung durchzuführen und werden gutachterlich begleitet.“
Nach Abbruch der Hallen sollen die Freiflächen und angrenzende Flurstücke zum abgebrochenen Pfarrsaal der katholischen Gemeinde St. Joseph mit Wohnungen bebaut werden, die sich in ihrer Art der Umgebung anpassen. Entsprechende Bauanträge liegen vor. Die Flurstücke werden neu parzelliert und von der Lilien- und Marktstraße aus erschlossen.

- verfasst 2009-12-16 22:00 in Kategorie:

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