Cronenberger Woche vom 11./12. Dezember 2009

Millionen-Sanierung in der Kohlfurth

Der Unterkohlfurth steht im kommenden Jahr eine regelrechte Lkw-Karawane bevor: Das frühere Gelände eines Galvanik-Betriebes ist unter anderem stark mit krebserregendem Chromat verseucht und soll ab April gereinigt werden. Bis zu 800 Lkw werden dazu kontaminiertes Erdreich abtransportieren. Wie aus einer Drucksache hervorgeht, die Mittwoch in der Bezirksvertretung Thema war, wird mit einer Sanierungsdauer von etwa 10 Monaten und Kosten in Höhe von etwa 3,2 Millionen Euro gerechnet. Neben den hohen Chromatgehalten wurden auf dem Unterkohlfurther Firmengelände auch Nickel, Lösemittel und polyfluorierte Tenside (PFT) im Boden festgestellt. „Mit einem weiteren Austrag in das Grundwasser“ müsse gerechnet werden, heißt es in der städtischen Drucksache. Das Gefährdungspotenzial ist offenbar so groß, dass auf dem Grundstück eine Radikalkur notwendig ist: Um die Zonen mit der höchsten Chromat-Belastung zu sanieren, soll auf einer Fläche von rund 1.500 Quadratmetern der Boden in eine Tiefe von bis zu 7 Metern ausgehoben werden. Die etwa 15.000 Tonnen belastetes Erdreich sollen dann „unter Einhaltung der einschlägigen Sicherheitsvorschriften“ per Lkw auf „dafür genehmigten Deponien“ entsorgt werden. Für die Bauarbeiten beziehungsweise den Abtransport soll vom Tunnel Schütt extra eine Zufahrt zu dem verseuchten Grundstück hergestellt werden. Laut Sanierungsplan wird die ausgehobene Bodenzone anschließend mit „sauberem“ Erdreich verfüllt und das ehemalige Härterei-Grundstück in eine Grünfläche umgewandelt werden. Weitere gewerbliche Nutzungen seien jedenfalls nicht mehr möglich, heißt es in dem Stadt-Schreiben. Die Kosten der 3,2 Millionen-Sanierung teilen sich laut Stadt der Altlastensanierungs- und Altlastenaufbereitungsverband (AAV) NRW, die Stadt und die ehemals dort ansässige Firma.

- verfasst 2009-12-14 21:50 in Kategorie:

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