Cronenberger Woche vom 2./3. oktober 2008 Seite 6

„Standfest im Sturm Entrüsteter“

Städtische Verkehrszählungen erbrachten kaum nennenswerte Überraschungen /
Am Nadelöhr Cronenfeld ist allerdings eine „Zwischenlösung“ in Sicht.

Fortsetzung von Seite 1.
Als die vier Cronenberger Bürgervereine im Februar auf die Barrikaden gingen, hatten sie – neben einer als zügellos kritisierten Bauwut in Cronenberg – die Verkehrssituation „im Dorf‘ im Visier. Der Protest zeigte Wirkung: Verkehrszählungen an den neuralgischen Punkten wurden in Auftrag gegeben. unsere Zeitung hat nun erste Ergebnisse nachgefragt.
All jene, die Cronenberg vor dem Verkehrsinfarkt wähnen, muss Johannes Blöser enttäuschen: „Die Zählungen haben keine neuen Erkenntnisse gebracht“, berichtet der städtische Verkehrsexperte. Die Erhebungen an den Knoten Hauptstraße, Cronenfeld und Theishahn haben nach Angaben von Johannes Bläser die bekannten Belastungen bestätigt.

Ortsmitte

Als Problem 1 benannten die Bürgervereine die Vorfahrtregelung an der Ecke Hauptstraße/Solinger Straße. Die hier geltende abknickende Vorfahrt wurde als Ursache dafür ausgemacht. dass sich immer wieder Lkw in Richtung Sudberg verirrten und dann im Dörper Süden festfahren würden. Die Vorfahrtsregelung ändern und zwar zugunsten des Verkehrs in Richtung Solingen, lautete entsprechend die Forderung. So genannte Verfolgungsfahrten‚ berichtet Johannes Bläser, bestätigten die „Verirrungs-These indes nicht: „Weniger als eine Handvoll Lkw zählten zum Durchgangsverkehr“, weiß Johannes Bläser, „zumeist handelte es sich um Quell- und Zielverkehr“, sprich Lkw, die tatsächlich nach Sudberg wollten.

Nadelöhr Cronenfeld

Problem 2: An der Kreuzung Hastener Straße sei der Verkehrsdruck aus und in Richtung Cronenberg „sehr groß“, bestätigt Johannes Bläser hier Handlungsbedarf. Der seit Jahren geplante Ausbau des Nadelöhrs wird jedoch weiter auf sich warten lassen. Oh der hohen Landeszuschüsse für den Döppersberg-Umbau ist an Gelder für die Cronenfelder Kreuzung mittelfristig nicht zu denken. Erneut erteilt Johannes Bläser einer Kreisverkehr-Lösung eine Absage. Und zwar nicht nur aus finanziellen Gründen, sondern auch aufgrund der Topografie: Die steile Anfahrt von der Hastener Straße und die unmittelbar mündende Cronenfelder Straße lassen laut Bläser keinen Kreisverkehr zu.
Aufgrund dessen benennt es Johannes Bläser als Aufgabe, zwischen dem, was sinnvoll ist, und dem, was finanziell machbar ist, sinnvolle Kompromisse zu finden. Kreativität ist also gefragt – Ergebnis: Durch eine Zurückverlagerung der Bushaltestelle Cronenfeld hofft Bläser eine Zweispurigkeit in Richtung Cronenberg schaffen und das Nadelöhr somit entschärfen zu können. Ob das klappen könnte, wird aktuell im Verkehrsressort geprüft.
Ebenso abgeklopft wird derzeit, was an kleinen Verkehrsänderungen in der Ortsmitte machbar sein könnte. In einem letzten Schritt werden hierzu aktuell im Rathaus Barmen Computer-Simulationen erstellt, die zum Ende des Jahres in der Cronenberger Bezirksvertretung vorgestellt werden sollen. Das von einigen für die Einmündung Unterkirchen befürchtete Verkehrschaos sieht Johannes Bläser nach Eröffnung des dortigen Einkaufszentrums auch weiter nicht drohen. Die vorgesehenen Maßnahmen würden reichen, Bläser: „Wir stehen recht standfest im Sturm einiger Entrüsteter.“

Theishahn

Ebenso standfest zeigt sich Bläser in Hinblick auf die Kreuzung Theishahn. Nach Eröffnung des Tunnels Burgholz hätten sich die Erwartungen durchaus bestätigt:
Der Verkehr habe zwar erheblich zugenommen, das sei aber nicht so sichtbar, weil die Maßnahmen gegriffen hätten, gibt sich Verkehrsplaner Johannes Bläser selbstbewusst: „Das Konzept Hahnerberger Straße hält – auch nach der Eröffnung des Lidl-Marktes.“
All denjenigen, die eine Rücknahme der Linksabbiegeverbote von der Theishahner auf die Hahnerberger Straße sowie aus dem Hipkendahl fordern, erteilt Johannes Bläser allerdings erneut eine Absage. Die Lösung sei zwar durchaus nicht zufriedenstellend, andere Maßnahmen aber zur Zeit nicht finanzierbar. Bläser: „Für die Anwohner im Hipkendahl tut es mir leid, aber es gibt keine Alternative zu den Abbiegeverboten.“

- verfasst 2008-10-03 15:33 in Kategorie:

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