Cronenberger Woche vom 22./23. August 2008

Leserbriefe Leserbriefe

Hösterey: „Umweltschutz ist dehnbarer Begriff“

Betr.: „Hösterey: „Gefahr in Verzug?“, CW v. 15.8.2008

Mit Besorgnis verfolge ich nun schon seit geraumer Zeit die Geschichte um das Hösterey-Gelände. Berichte über starke Bodenbelastungen, schlechte Absicherung der „Ruine“ und zu guter Letzt die Lagerung von Fässern mit unbekanntem Inhalt. Einmal mehr wird mir wieder klar, sieht man mal die Zeitspanne, in der sich bis heute nichts an der Situation geändert hat, dass die Behörden lange untätig sind, wenn es kompliziert wird.
Behörden werden immer nur dann schnell, wenn man beim „normalen Bürger“ schnell und unkompliziert mal ein Bußgeld abkassieren kann. Ich möchte nicht damit zum Ausdruck bringen, dass Bußgelder nicht nötig sind, sondern dass gerade in solchen Fällen die öffentliche Hand sehr zurückhaltend agiert.
Man denke nur an die, meiner Meinung nach, irrsinnige Idee, das Grundstück aufzuteilen, um darauf womöglich Ein- oder Zweifamilienhäuser zu errichten, wo dann junge Familien mit ihren Kindern leben. Es ist ja nicht so, als würde das Sickerwasser an der Grundstücksgrenze kehrt machen. Nun ja, die gesundheitliche Belastung macht sich ja vielleicht erst in ein paar Jahren bemerkbar, oder auch gar nicht. Dann sag ich mal: Glück gehabt.
Alle reden von Gesundheits- und Umweltschutz, aber es zeigt sich immer wieder an solchen Beispielen, dass dies sehr dehnbare Begriffe sind. Sie sind immer nur dann gut, wenn man dort eine kleine Abgabe oder Steuer anhängen kann. In diesem Sinne, einen schönen Gruß an unsere Stadtväter, die immer nur das Beste für uns Bürger wollen!

Marcel Karthaus
Marcel.Karthaus@t-online.de

- verfasst 2008-08-23 19:20 in Kategorie:

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