Cronenberger Woche vom 7./8.03.2008 Seite 5

„Können die Probleme im Dorf nicht lösen“

*Unterkirchen Investor widerspricht der Kritik der Bürgervereine: „Es wird keine Probleme geben.“*

Unterkirchen. „Auslaufmodell Cronenberg“ – ebenso plakativ wie provokativ formulierten die Vorsitzenden der Cronenberger Bürgervereine ihre Einschätzung zur Lage „im Dorf‘. Neben einer fehlenden Entwicklungspolitik für den Stadtbezirk, dem Plan zur Schließung der Hauptschule Lenzhaus brachte vor allem ein Projekt das Bürgervereins-Fass zum Überlaufen: der geplante Einzelhandelsstandort Unterkirchen. Das Verkehrskonzept für das Projekt sei ungenügend, kritisieren die Bürgervereine – es drohe ein Chaos im Bereich Unterkirchen.
„Es wird keine Probleme geben“, sagt Mario Wippermann dazu:
„Die ersten 14 Tage wird es einen Run geben, danach wird sich die Lage einpendeln – wie bei anderen Objekten auch“, ist sich der Geschäftsführer der Investorengesellschaft UNITAS sicher, die am Standort Unterkirchen über sieben Millionen Euro verbauen will. Wippermann geht sogar noch einen Schritt weiter: Der Durchgangsverkehr in der Ortsmitte werde weniger, schließlich würden die Kunden aus dem Cronenberger Süden ja in Zukunft nach links (in die Straße „Unterkirchen“) einbiegen: „Das wird gar nicht berücksichtigt“, so der UNITAS-Chef. Im CW-Gespräch verweist Mario Wippermann auf das positive Verkehrsgutachten des Bochumer Sachverständigen-Büros. Warum die Experten-Prognose bezweifeln, fragt Wippermann. Auch sei es keineswegs so, dass man nichts in Unterkirchen macht: Rund 100.000 Euro, so Mario Wippermann, gibt UNITAS für Verkehrs- maßnahmen aus, wobei man voll in die von der Stadt entwickelte Ampel-Lösung vertraut: „Da hat sich die Stadt eine sehr intelligente Lösung ausgedacht“, meint Wippermann: „Die beste Lösung.“ Gleichwohl, so bestätigt der Investor, hat sich UNITAS vertraglich zu Nachbesserungen verpflichtet, falls die Maßnahmen nicht ausreichen. So werde die Ampelanlage schon so eingerichtet, dass sie erweitert werden könnte: „Das sehe ich aber nicht kommen“, ist Wippermann zuversichtlich. Der Hase liegt für ihn vielmehr woanders im Pfeffer:
Cronenberg habe ein Parkproblem, die Bürgervereine seien frustriert, dass die Ortskernplanung in der Schublade verstauben: „Wir als Auswärtige können aber nicht die Verkehrsprobleme Cronenbergs lösen“, wehrt sich Mario Wippermann.
Der UNITAS-Chef verweist darauf, dass das Projekt Unterkirchen nicht das erste UNTTAS-Vorhaben sei. Auch könne „man doch nicht ernsthaft glauben, dass ALDI und REWE ein Konzept nicht zuvor prüfen“, gibt Wippermann zu bedenken. Zumal, so unterstreicht der UNITAS-Chef, „die Kunden heute so sensibel sind“: „Wenn sie zweimal nicht gut wo hinkommen, bleiben sie weg“, weiß Wippermann: „Das werden sich ALDI und REWE nicht leisten.“
Aber auch UNITAS selbst wolle sich einen solchen Fehler nicht erlauben: „Wir würden doch nicht eine so hohe Summe investieren, wenn wir wüssten, die Kunden bleiben weg“, hält Wippermann allen Kritikern entgegen: „Wir wollen ja schließlich auch weiter für REWE und ALDI bauen.“

Rechnet noch in diesem Jahr mit dem Start des 7,3-Millionen-Projekts: UNITAS-Chef Mario Wippermann.

- verfasst 2008-03-08 20:43 in Kategorie:

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