Wuppertaler Rundschau vom 27. Februar 2008

Michael Georg von Wenczowski, Rolf Tesche und Frank van Balen vertreten die Meinung von drei Bürgervereinen – sie haben eigene Vorstellungen zum Thema Unterkirchen. Foto: Urssu

“Realitätsferne Messdaten“
Wagenhallen Unterkirchen. Stadtteil-Parlamentarier folgten der Kritik aus den Reihen der Cronenberger Bürgervereine nicht

(urs). Das Areal der ehemaligen WSW-Wagenhalle auf Unterkirchen bietet, so der Bebauungsplan, Platz für einen Getränkefachmarkt, einen Vollsortimentmarkt, einen Discounter sowie einen Platz für die seit vielen Jahren geforderte Sporthalle. Die Sporthalle lässt noch auf sich warten, aber die Investoren für die Märkte stehen bereits in den Startlöchern. Zur Sitzung der Bezirksvertretung Cronenberg legte die Verwaltung nochmals einen Zeitplan vor.
Danach ist die Offenlegung im ersten, der rechtskräftige Satzungsbeschluss des Bebauungsplanes im zweiten Quartal 2008 vorgesehen. Die Cronenberger Bürgervereine fordern nun die Aussetzung des Bebauungsplans „Wagenhalle Unterkirchen“. Das formulierten sie in einem gemeinsam verfassten Antrag an die Bezirksvertretung Cronenberg.
Der Antrag wurde mit Stimmen der CDU- und SPD-Fraktionen abgeschmettert. „Seit Jahren halten wir die Investoren hin, und ausgerechnet kurz vor der Umsetzung soll der Bebauungsplan ausgesetzt werden. Sollen wir uns denn komplett lächerlich machen?“, formulierte der CDU-Stadtverordnete Andreas Weigel scharf sein Unverständnis ob des Bürgervereins-Antrags.

Nur Druck für die
Sporthalle aufgebaut?

Die Politiker vermuteten darüber hinaus, die Bürgervereine hätten lediglich die Absicht, Druck aufzubauen, damit der Bau einer Sporthalle stärker in den Fokus der Stadtoberen gerückt wird. Die Bürgervereinsvorsitzenden wiesen das zurück: „Wir waren und sind nicht gegen Investitionen und bauliche Veränderungen in Cronenberg“, erklärt Sudbürger-Chef Frank van Balen, „doch müssen sie sinnvoll für den Stadtteil Cronenberg sein.“
Hauptärgernis ist das Verkehrskonzept des künftigen Bebauungsplans. Befürchtet wird im Bereich Rathausstraße, Lindenallee und Berghauser Straße ein Verkehrschaos, das auf Grund des zunehmenden Verkehrs im Nahbereich des Cronenberger Zentrums zu erheblichen Stauungen führen wird.
„Für das Verkehrskonzept werden völlig realitätsferne Messdaten zugrunde gelegt“, argumentiert der Hahnerberger Bürgervereinsvorsitzende Michael von Wenczowski. Die Daten seien am Donnerstag vor den Osterferien erhoben worden. Da gebe es bekanntlich keinen Schwerlast- und Anlieferungsverkehr, erklärte Wenczowski.
Ein weiteres Defizit des Bebauungsplans sehen die Bürgervereinsvertreter in der mangelnden Weitsicht des Konzepts, das keine Anknüpfungspunkte für eine gesamte Ortskernplanung in Cronenberg vorsehe.

- verfasst 2008-03-01 20:39 in Kategorie:

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