Cronenberger Woche vom 22./23. Februar 2008

„Auslauf-Modell Cronenberg“?

Von Politik und Verwaltung enttäuscht:
Bürgervereine fordern Entwicklungskonzept für den Stadtbezirk.

Sauer, dass die Stadt keine Gelder für die Verkehrsprobleme „im Dorf“ übrig hat: Michael-Georg von Wenczowsky, Rolf Tesche und Frank van Baien (v.l.).

Unterkirchen. „Nicht gegen das Einzelhandelsprojekt Unterkirchen, aber für eine abgestimmte Cronenberger Stadtentwicklung“, auf diese Formel lässt sich das bringen, was die vier Cronenberger Bürgervereine wollen. Das stellten die Bürgervereine am vergangenen Freitag bei einer Pressekonferenz klar.
Damit reagierten die Vereine auf die Kritik, die es in der Februar-Sitzung der Cronenberger Bezirks- vertretung zu einem Bürgervereinsantrag gegeben hatte, das Bebauungsplan-Verfahren für das Einzelhandelszentrum Unterkirchen wegen des unbrauchbaren Verkehrskonzeptes auf Eis zu legen. Wie die CW in ihrer letzten Ausgabe berichtete, hatte CDU-Ratsherr Andreas Weigel den Antrag als „starkes Stück“ kritisiert:
Die Bürgervereine, so Weigel weiter, machten die Stadt bei Investoren lächerlich und vergraulten die beiden Dörper Anker-Märkte (ALDI und akzenta) aus Cronenberg.
Auf ihrer Pressekonferenz zeigten sich die Bürgervereine über die Weigel-Kritik verärgert. Man sei keineswegs gegen das Unterkirchener Einzelhandelsprojekt, stellten Rolf Tesche (Cronenberger Heimat- und Bürgerverein, CHBV), Michael-Georg von Wenczowsky (Bürgerverein Hahnerberg-Cronenfeld, BHC) und Frank van Balen (Sudbürger) klar:
„Wir sind von Politik und Verwaltung enttäuscht“, erläuterte Rolf Tesche (CHBV): „Es kommen immer neue Sachen nach Cronenberg, aber ein Verkehrskonzept ist Fehlanzeige.“ Das Projekt Unterkirchen habe das Fass zum Überlaufen gebracht – es sei unausgegoren, wieder einmal lasse man die Bürgervereine vor die Wand fahren, so der CHBV-Chef.
BHC-Chef von Wenczowsky zweifelte die Tauglichkeit der städtischen Verkehrszählung auf der Berghauser Straße an. Diese hatte ergeben, dass die Straße „nur“ bis zu 73 Prozent ausgelastet sei. Dass die Stadt kein Geld für Verkehrsprojekte in Cronenberg habe, quittierte der BHC-Vorsitzende mit der Bemerkung: „Cronenberg kommt hinten an.“

„Nicht alles Geld im Tal ausgeben.“

Es könne nicht sein, dass alles Geld im Tal ausgegeben werde, forderte der Hahnerberger Bürgervereins-Chef eine Gleichbehandlung mit Elberfeld und Barmen. Aktuell sieht von Wenczowsky die Lage so: „Auslaufmodell Cronenberg“, formulierte der BHC-Chef angesichts der Schließungspläne für die Hauptschule Cronenberg.
Frank van Balen fasste die Motivation der Bürgervereine noch einmal zusammen: „Uns geht es darum, ein Gesamtkonzept für Cronenberg zu haben“, so der Sudbürger-Vorsitzende: „Cronenberg ist ein Ensemble.“ Zur März-Sitzung wollen die Bürgervereine erneut ihren Antrag auf ein Stadtteilkonzept für Cronenberg einbringen. Dieses war bereits im Januar beantragt worden, aber in der Februar-Sitzung nicht auf der Tagesordnung.

- verfasst 2008-02-22 21:40 in Kategorie:

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