Cronenberger Woche vom 29/30.07.2005

Mehr oder weniger Häuser?

Erdreich unter alter Fabrik an der Ecke Sudberger Straße/Schöppenberg verseucht. Ein lohnendes Geschäft für den Bauträger?........

Rund einhundert Sudberger waren der Einladung zur Bürgerversammlung vor kurzem gefolgt

Sudberg. Hohe Wellen schlug der CW-Bericht über die letzte Sitzung der Bezirksvertretung, die sich mit einem geplanten Bauvorhaben an der Ecke Sudberger Straße / Schöppenberg befasst hatte. Für die Anwohner kam die Nachricht über eine mögliche Bebauung des besagten Grundstücks aus heiterem Himmel. 27 Einfamilienhäuser wollte ein Investor auf dem ehemaligen Firmengrundstück errichten – für die Sudberger ein Ding der Unmöglichkeit.
Eine eigens zu diesem Thema einberufene Bürgerversammlung konnte sich daher auch nicht über mangelnden Zulauf beklagen. Rund hundert Sudberger waren dem Aufruf gefolgt und ins Gewächshaus der Gärtnerei Knof gekommen. Schließlich ist auf Sudberg die Angst groß, dass der „dörfliche Charakter“ durch eine solch starke Bebauung sowie die Verbreiterung der Straßen im Baubereich verloren gehen könnte und zudem auch Verkehrsprobleme in Richtung Cronenberg vorprogrammiert seien.
Dem ursprünglichen Plan hatte die Bezirksvertretung ja bereits in ihrer Sitzung eine klare Absage erteilt. Eine dichte Wohnbebauung auf dem ehemaligen Firmengrundstück soll es demnach nicht geben. Doch schon bald war ein neuer Bauträger gefunden, der auf dem Gelände vier Doppelhäuser und vier bis fünf Einfamilienhäuser errichten möchte. Ganz im Sinne sicherlich der Sudberger. Diese bekräftigten ja auch auf ihrer Bürgerversammlung, dass sie nichts gegen eine moderate Wohnbebauung in diesem Bereich haben.
Doch bleibt die Frage, ob sich ein solches Projekt mit wenigen Häusern auf diesem Gelände rechnet. Da der Boden unter und hinter der ehemaligen Fabrik laut Gutachten mit Chromat und anderen gesundheitsgefährdenden Stoffen verseucht ist und nach CW-Informationen auch die alte Fabrik beim neuen Bauvorhaben erhalten bleiben soll, ist mit sicherlich nicht ganz unwesentlichen Kosten für die Entgiftung zu rechnen.
Wie sich dies auf die Preise der Häuser auswirken soll, war für die CW in dieser Woche nicht in Erfahrung zu bringen. Der derzeitig interessierte Bauträger war für eine Stellungnahme leider nicht zu erreichen. Aus informierten Kreisen verlautete jedoch die Meinung, dass sich theoretisch nur eine dichte Bebauung auf diesem Gelände wirklich lohnen würde.
Die Anwohner hingegen wollen jedoch in Zukunft nicht mehr von solchen Nachrichten überrascht werden. „Wir müssen agieren, statt nur zu reagieren“, lautete einhellig das Motto auf der Bürgerversammlung. Dort wurde daher auch die ehrgeizige Anregung gemacht, einen eigenen Plan zur Nutzung des Geländes in die Bezirksvertretung einzubringen. Ein Arbeitskreis soll in Zukunft die Sudberger stets auf dem Laufenden halten, die natürlich nicht kampflos ihre Idylle aufgeben wollen. Und bei der nächsten BV-Sitzung werden die Volksvertreter auch wohl einige Sudberger mehr zu Gesicht bekommen, als bei der letzten Versammlung.

- verfasst 2006-05-26 17:35 in Kategorie:

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