Cronenberger Woche vom 15./16. Februar 2008 Seite 12

Unterkirchen: „Wie lange noch vor Investoren lächerlich machen?“

Einzelhandelsprojekt: Klare Worte und deutliches Votum in der
Cronenberger Bezirksvertretung.

Unterkirchen. Bereits vor drei Wochen berichtete die CW über einen Antrag der vier Cronenberger Bürgervereine, das Bebauungsplan-Verfahren für das Einzelhandelsprojekt Unterkirchen auszusetzen.
Begründung: Das Verkehrskonzept, so die Bürgervereine, sei ungenügend. Am Mittwoch war der Antrag Thema in der Bezirksvertretung (BV) Cronenberg.
Und? Der Bürgervereinsantrag wurde vom Stadtteilparlament regelrecht abgeschmettert – nur die drei Vertreter der Grünen und der Wählerinitiative „Wir für Wuppertal“ (WfW) stimmten dafür. Mit dem gleichen Mehrheitsverhältnis gab die BV dafür grünes Licht für den Offenlegungsbeschluss der Stadt für das Projekt.
Zuvor hatte Rolf Tesche, Vorsitzender des Cronenberger Heimat- und Bürgervereins (CHBV), den Aussetzungsantrag begründet: Die vorgelegten Verkehrszahlen stimmten nicht, kritisierte Tesche. Und weiter: Die Stadtwerke hätten mit ihrem Unterkirchener Grundstück „Kasse gemacht“, was dann weiter passiert, interessiere die WSW nicht. Tesche: „Die Bürgervereine haben die Schnauze voll, immer wieder von der Verwaltung vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden.“
Nun hatte offensichtlich Ratsherr Andreas Weigel „die Schnauze voll“: der CDU-Politiker kritisierte den Bürgervereinsantrag als „starkes Stück“. Seit 2005 sei die BV mit dem Einzelhandelsprojekt in Unterkirchen befasst, jetzt habe man 2008 und die Bürgervereine stellten einen solchen Antrag:
„Wie lange wollen wir uns in Wuppertal noch so vor Investoren lächerlich machen?“, fragte Weigel: „Wollen wir es wagen, dass die beiden Anker-Märkte aus Cronenberg herausgehen?“

Peter Vorsteher (Grüne) versuchte zu retten, was zu retten war: der Bürgervereinsantrag sei auch als ein Druckmittel gegenüber der Verwaltung zu verstehen, dass die Verkehrsprobleme in der Ortsmitte endlich angepackt werden müssten. Seit Jahren diskutiere man darüber, passiert sei nichts – „da muss man sich nicht wundern, dass die Bürgervereine mit einem solchen Antrag kommen“, so Vorsteher.
Es nutzte nichts – der Bürgervereinsantrag wurde mit klarer Mehrheit zurückgewiesen, das Projekt Unterkirchen geht weiter. Kommentar von CHBV-Chef Rolf Tesche: „Dann müssen wir eben einen neuen Antrag stellen.“
Meinhard Koke

- verfasst 2008-02-15 20:19 in Kategorie:

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