Westdeutsche Zeitung vom 1. Februar 2008

Cronenberg/Hahnerberg Seite 3

Elke Treckmann malt seit 1978. Mittlerweile hat sie sich der abstrakten Malerei verschrieben.
Foto: Andreas Fischer

Übersetzerin der Kreativität

ELKE TRECKMANN Nach einem Galerie-Besuch begann die Autodidaktin selbst zu malen. Mittlerweile setzt sie sich in ihren Bildern mit aktuellen Themen auseinander.

Von Jürgen_Eschmann

„Es hat sich alles so ergeben“, siniert Elke Treckmann, wenn es um die stilistische Entwicklung in ihrer Malerei geht. „Schon während meiner Schulzeit habe ich gerne gemalt. Das ist bis heute so geblieben.“ Die kleine Dame mit den wachen Augen steckt nach eigenen Angaben immer voller Ideen, steht aber längst nicht jeden Tag im Atelier, von dem man einen herrlichen Blick auf die Wupperberge mit der Müngstener Brücke genießen kann. Eine Karriere als beachtete und anerkannte Malerin, die inzwischen auf zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen zurückblicken kann, ist ihr nicht an der Wiege gesungen worden.

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„Nach der Schule habe ich zunächst eine Lehre als Modistin gemacht. Ich habe Hüte entworfen und angefertigt. Da ging es wie in der Malerei um Formen und Farben. Man musste kreativ sein.“
Natürliche Kreativität, übersetzt in Formen und Farben, spricht aus ihren Bildern, die sie in allen gängigen Techniken, sei es Kreide, Tusche, Öl, Aquarell oder Acryl malt oder gemalt hat. Sie hat kein Kunststudium absolviert, aber als Autodidaktin das Genre studiert, ohne irgendwelchen Vorbildern zu folgen.
Die persönlichen Lebensumstände brachten es mit sich, dass ihr Talent lange im Verborgenen schlummerte. „Erst 1978, nach einem Museumsbesuch in St. Tropez, fiel mir ein: Du kannst doch auch malen.“ Diese Initialzündung an der Cote d‘Azur wirkt bis heute nach. Noch im selben Jahr zeigte Elke Treckmann ihre erste Einzelausstellung in der Geschäftsstelle der Deutschen Bank in der Cronenberger Rathausstraße. „Das waren gegenständliche Aquarelle, die beim Publikum gut ankamen“, erinnert sich die Ehefrau und Mutter eines Sohnes und fügt an: „Erst ab 1989 beschäftige ich mich intensiv mit der Malerei.“ So intensiv und so versiert, dass der Berufsverband Bildender Künstlerinnen und Künstler (BBK) die Sudbergerin 1991 in ihre Reihen aufnahm.

Die Malerin beteiligt sich regelmäßig an Gemeinschaftsausstellungen und zeigte ihre Werke auf zahlreichen Einzelausstellungen bisher nicht nur in Wuppertal, auch in Köln, Düsseldorf, Lüdenscheid und Bochum. Ihr einmal jährlich durchgeführtes „Offenes Atelier“ sieht sie als Treffen von Kunstinteressierten, Freunden und Nachbarn gleichermaßen.

Inspiration
aus der Natur

Seit 1994 hat sich Elke Treckmann zunehmend der abstrakten Malerei verschrieben. „Inspiration und Themen hole ich mir überwiegend in der Natur.“ Die von Geburt an gehbehinderte Künstlerin ließ sich nicht jedoch nicht daran hindern, häufig in Begleitung ihres Mannes Martin zu verreisen.. Die vor Ort gewonnenen Eindrücke in Andalusien, der Toskana, der Bretagne, der Nordseeküste oder im Südwesten der USA setzte sie konsequent in Aquarelle, meist aber großformatige Acryl-Bilder um, deren vitale Farblichkeit und ineinander greifende Darstellungen den Betrachter herausfordern. Mit aktuellen Themen wie Krieg, Gewalt, Behinderung oder biblischen Darstellungen, wie in der Sudberger Nikodemuskirche zu sehen, setzt sie sich ebenfalls auseinander. Wer abstrakt malt, muss mit Formen und Farben etwas zu vermitteln haben, um den Betrachter zu fesseln. In ihrer mittlerweile fünften Ausstellung in der bekannten Nordstädter Backstubengalerie, präsentiert Elke Treckmann bis zum 27. Februar Aquarelle und Acrylarbeiten zum Thema „Containerhafen“. Es sind Arbeiten abseits aller gängigen Landschaftsklischees, geprägt von den technischen Merkmalen der industriellen Hafenwelt, festgehalten in unterschiedlichen Formaten.

LEBENSLAUF

AUTODIDAKTIN Elke Treckmann wurde 1945 in Wuppertal geboren. Nach der Schulzeit machte sie eine Lehre als Modistin. Als Malerin ist sie Autodidaktin. Ihre erste Ausstellung hatte sie 1978 in der Deutschen Bank Cronenberg. Seit 1989 beschäftigt sie sich intensiv mit der Malerei. Inzwischen zeigt sie ihre Arbeiten auf zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen weit über ihre Wuppertaler Heimat hinaus. Seit 1991 gehört sie dem Berufsverband Bildender Künstlerinnen und Künstler an. Bis zum 27. Februar zeigt Elke Treckmann, die in Sudberg lebt und arbeitet, in ihrer fünften Ausstellung in der Elberfelder „Backstubengalerie“ Arbeiten auf Papier und Leinwand zum Thema „Containerhafen“.

- verfasst 2008-02-04 21:14 in Kategorie:

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