Cronenberger Woche vom 2./3. November 2007

„Dankbar für jeden Anruf“

Vor Einbrüchen kann man sich schützen:
Cronenbergs Polizeichef Manfred
Hakenbeck bittet um Wachsamkeit.

Am vorletzten Wochenend sieben Einbrüche allein im Bereich Wolfshahn/Jung-Stilling-Weg, das Wochenende davor eine ähnlich hohe Zahl von Taten am Friedenshain/Jägerhofstraße und dazu die Serie von Einbrüchen im Cronenberger Süden – es war offensichtlich, dass sie ihre „Sommerpause“ beendet haben: die Einbrecher. Das bewiesen auch wieder die vergangenen Tage: Zwölf Einbrüche im CW-Land zählt der Lagebericht von Hauptkommissar Manfred Hakenbeck, dem Chef der Cronenberger Polizeidienststelle. Wenn auf sonst auch nichts mehr Verlass ist: Werden die Tage kürzer, legen die Einbrecher los. Weil eine Vielzahl der Einbrüche ein ähnliches Muster haben, geht Manfred Hakenbeck davon aus, dass der Großteil der Taten auf das Konto von organisierten Banden geht, die von Stadt zu Stadt ziehen. „Viele Hinweise sprechen da-

Stecken Banden
dahinter?

für, dass es sich um Osteuropäer handelt“, berichtet Manfred Hakenbeck. Und wahrscheinlich‚ so der Dörper Polizeichef weiter, um erfahrene Täter, die selbstsicher vorgehen, sprich selbst ins Schlafzimmer einsteigen, wenn die Wohnungseigentümer im Wohnzimmer Fernsehen gucken.
Dass es bei den Einbruchsserien – wie, im Frühjahr bei einer Serie von Navi-Diebstählen in der oberen Südstadt – einen Zusammenhang zum neuen Burgholz-Tunnel geben könnte, über den die Täter schnell „einfliegen“ und ebenso schnell wieder flüchten, glaubt Manfred Hakenbeck indes nicht:
„Gegen diese These sprechen die Einbrüche im Cronenberger Süden, Sudberg ist ja eigentlich eine Sackgasse.“
Während die Polizei die Einbrecher auch mit zivilen Einsatzkräften jagt, kann jeder einzelne den Einbrechern auch selbst das Handwerk legen. Dabei muss es nicht unbedingt die teure Videoüberwachung oder Alarmanlage sein. Auch simple Sicherungen, mit denen Fenster und Türen nachgerüstet werden können und die es schon ab 50 Euro in den entsprechenden Geschäften gibt, können vor ungebetenen Hausgästen schützen.
Denn, so weiß Manfred Hakenbeck, Einbrecher rücken nur selten mit „großem Geschütz“ an. Ein simpler Schraubendreher, der unauffällig in der Innentasche getragen und mit dem ein einfaches Fenster oder eine ungesicherte Tür in zwei/drei Minuten aufgehebelt werden kann, ist das bevorzugte Werkzeug der Täter. Laute Geräusche, zum Beispiel das Einschlagen einer Scheibe, vermeiden sie, ebenso halten sie sich nicht gerne an einem Objekt auf. Wo Sicherungen Schwierigkeiten machen und das Fenster nicht „eins, zwei, drei“ geknackt ist, stecken die Einbrecher den Schraubendreher wieder ein und ziehen weiter, rät Manfred Hakenbeck dazu, seine vier Wände zu sichern.
Gleichzeitig ruft Manfred Hakenbeck auch zu erhöhter Wachsamkeit auf. Im Rahmen der Aktion „Wachsamer Nachbar“ bittet die Polizei im Städtedreieck bereits seit zwei Jahren nicht nur auf die eigenen vier Wände zu achten, sondern auch Verdächtiges in der Nachbarschaft im Auge zu behalten. Ob ungewöhnliche Geräusche, auffällige Fahrzeuge oder merk-

Sofort „110“ anrufen
und ruhig bleiben

würdige Personen – „wer Verdächtiges bemerkt, sollte sofort die ‘110‘ anrufen“, appelliert Manfred Hakenbeck. Vor einem Fehlalarm, so Manfred Hakenbeck weiter, müssen die Anrufer keine Befürchtungen haben: Wir sind dankbar für jeden Anruf‘, so der Dörper Polizei-Chef.
Gleichzeitig warnt Manfred Hakenbeck davor, den Helden zu spielen: Ebenso wie beim Anruf bei der Polizei sollte auch gegenüber den Verdächtigen Ruhe bewahrt werden: „Man sollte bei den Tätern auf keinen Fall Stress erzeugen“, bittet der Hauptkommissar. Gleichzeitig legt Manfred Hakenbeck den CW-Lesern die kostenlosen Sicherheitsberatungen der Polizei ans Herz.
Termine können bei der Dörper Polizei unter Telefon 247 13 90 und beim Kommissariat Vorbeugung unter Telefon 284-0 vereinbart werden. Im Polizeipräsidium steht übrigens auch eine Sicherheitsausstellung zur Verfügung.

Einbrüche: Ist jetzt
Kuchhausen dran?

Die Serie von Einbrüchen im CWland geht weiter, allerdings verlagerten die Täter in den letzten Tagen ihre bevorzugten Einsatzgebiete: Nachdem Einbruchsserien zunächst in Sudberg, am Friedenshain und am Wolfshahn registriert wurden, rückte nun der Bereich Kuchhausen in den Fokus.
Ende letzter Woche waren Einbrecher jedoch wieder im Dörper Süden aktiv: Am 25. Oktober drangen Unbekannte in der Zeit von 14 bis 23.30 Uhr in zwei Reihenhäuser an der Straße Auf der Kante sowie ein Einfamilienhaus an der Emanuel-Felke-Straße ein und stahlen unter anderem Bargeld, Schmuck sowie einen Laptop. Weiter ging es dann am Samstag in Rottsiepen. Hier wurde in ein Einfamilienhaus an der Alten Rottsieper Straße sowie in eine Wohnung in der Hackestraße eingestiegen und Bargeld sowie Schmuck gestohlen. Zudem war die Emanuel-Felke-Straße Ort eines weiteren Einbruches.
Am 27. Oktober ereignete sich dann ein Einbruch in eine Wohnung im Stauffenbergweg auf Küllenhahn. Hier wurde aus einer Wohnung Bargeld sowie eine EG- Karte entwendet.

Die meisten Taten ereigneten sich am 29. Oktober: Während ein Einbruchsversuch in eine Wohnung über einer Gaststätte am Oberheidt scheiterte und die Täter flüchteten, hatten die Täter im Bereich Kuchhausen mehr Glück: Bei drei Taten am Kamp, in der Kuchhauser Straße sowie in der Oberkamper Straße wurde Schmuck, Notebooks und Bargeld entwendet. Bei dem Einbruch in ein Einfamilienhaus am Kamp hatten der oder die Täter offenbar auch Hunger: Aus dem Kühlschrank wurde nämlich Aufschnitt geklaut.
Ein weiteres Mal brachen Einbrecher in eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus in der Zillertaler Straße ein. Hier fehlte anschließend Bargeld.
Hinweise zu allen Einbrüchen an die Polizei unter Telefon 247 13 90 (Cronenberg) oder 284-0.

- verfasst 2007-11-04 19:05 in Kategorie:

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