Westdeutsche Zeitung vom 18. Juni 2007

Die Werkzeugkiste zog wieder viele Besucher auf die Südhöhen — und für jeden war etwas im Angebot. Foto: Andreas Fischer

„Made in Cronenberg“

CRONENBERG An fast 80 Ständen der Werkzeugkiste
engagierten sich die Menschen.

Von Hartmut Schmahl

„Geschafft!“ Als sich der Moderator Dirk Tesche auf der großen Bühne um halb acht die „huoh siedene Kappe“ vom Kopf nahm und aus den 70 Jahre alten Blotschen trat, da konnten die Organisatoren der 19. Cronenberger Werkzeugkiste, dem größten Wohltätigkeitsfest im Bergischen Land, sehr zufrieden sein. Obwohl es immer mal wieder einige kleine Schauer gab, zeigten sich die Besucher wetterfest und blieben.
Unverdrossen zogen viele Tausend von der Lindenallee durch die
Rathausstraße in die Ortsmitte, zum Gelände am Ehrenmal, in den ältesten Teil des „Dorps“ Hütte, Schorfer Straße oder zum Kulturzentrum Borner Straße. An fast 80 Ständen spannte sich ein Angebot an Spezialitäten und Delikatessen von der Pferdewurst, über Waffeln, Reibekuchen, Berliner Ballen bis zu zum Uhl-Sekt aus Schwerin und den verschiedensten Bierspezialitäten und vielem mehr.
Über 300 Besucher ließen am Stand des Fördervereins Manuelkotten ihre Messer oder Scheren schleifen, weit über hundert kletterten auf den Kirchturm der Reformierten Kirchen, um einen Blick über Cronenberg zu werfen. Die Apotheken boten die Möglichkeit, verschiedene Werte zu messen, die Stände der Cronenberger Werkzeugfirmen waren schon zwei Stunden vor Beginn umlagert, um kostengünstig Qualitätswerkzeug zu bekommen.
Genauso umfangreich war das Musikprogramm über den ganzen Tag. Ob Damenchor, Männerchor, der Neue Chor, Spell 88 oder die Ausschnitte aus den aktuellen Revuen des TiC-Theaters, alle begeisterten. Von den ersten „Kisten“ an mit dabei ist Bernd Kulla. Viele Jahre als Chef des Polizeiorchesters, in den letzten Jahren hat er den Posaunenchor zu Spitzenleistungen geführt. Traditionell sorgt dieses Blasorchester für einen schmissigen Auftakt.
Nachdem die Werkzeugkiste offiziell eröffnet war, präsentierten sich Cronenbergs Vereine nonstop musikalisch oder zeigten Ausschnitte aus ihrem sportlichen Programm. Zum abschließenden Höhenfeuerwerk am späten Abend kamen noch einmal viele Cronenberger in die Ortsmitte.
Das bisherige Ergebnis von 819 000 Euro für die Behinderten in Wuppertal und Schwerin dürfte diesmal erneut deutlich gesteigert worden sein.

GEOLOGENHAMMER UND SCHRAUBENDREHER

HEIMSPIEL Oberbürgermeister Peter Jung hatte einmal mehr sein Heimspiel. War er doch schon vor 35 Jahren dabei. Er verhehlte dabei nicht, dass er als Schüler nicht gerade begeistert war, als er vor C&A Lose für die Riesentombola verkaufen musste. Doch heute ist es für ihn keine Frage mehr, dass es ohne die Ehrenamtlichen nicht geht. Deshalb dankte er sehr herzlich den Organisatoren und vielen hundert Helfern der Werkzeugkiste, die sich an diesem Tage für Behinderte engagieren.

GESCHENK I Wie in all den Jahren zuvor gab es für den Schirmherrn auch ein Geschenk Made in Cronenberg. Dirk Tesche überreichte, nach dem Amboss vor zwei Jahren, diesmal einen vergoldeten Geologenhammer, „damit der Oberbürgermeister seismografische Störungen im Rat besser erahnen kann.“

GESCHENK II Der Staatssekretär Peter Hintze, schon seit drei Jahrzehnten regelmäßig Gast bei der Werkzeugkiste, bekam Schraubendreher, „um bei seinem Besuch in Paris den französischen Einfluss beim AirbushersteIler wieder zurückzuschrauben.“

- verfasst 2007-06-24 16:50 in Kategorie:

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