Westdeutsche Zeitung vom 8. Februar 2007

Morsbach-Prozess verschoben

EHEFRAU ERKRANKT
Die Betrugsvorwürfe gegen den Investor sind weiterhin nicht geklärt. Der drohende Abriss eines umstrittenen Gebäudes ist aber so gut wie vom Tisch.

Abrissgefahr so gut wie gebannt: Um diese lmmobilie in Cronenberg gab es zuletzt jede Menge Streit. Jetzt scheint eine Einigung greifbar. Ein Strafprozess steht allerdings noch aus. Foto: Uwe Schinkel

Von Andreas Spiegelhauer
Cronenberg. Die Absage kam zwei Tage vor dem mit Spannung erwarteten Prozessauftakt. Eigentlich sollte der jahrelange Streit um ein Wohnhaus in Cronenberg heute vor dem Schöffengericht zumindest strafrechtlich geklärt werden. Wie berichtet, müssen sich Rudi Morsbach und seine Ehefrau wegen schweren gemeinschaftlichen Betruges in acht Fällen verantworten. Doch der Prozess, der schon im September 2006 kurzfristig abgesagt wurde, muss erneut vertagt werden — mittlerweile zum dritten Mal. Laut Amtsgericht ist die mitangeklagte Ehefrau von Rudi Morsbach erneut erkrankt (siehe Kasten).

Die Vorwürfe der
Staatsanwaltschaft
Laut Anklage soll Morsbach 1999 an der Berghauser Straße ein Gebäude mit acht Eigentumswohnungen entworfen und bei der Stadt eine Vorlage zur Genehmigungsfreistellung eingereicht haben. Die Staatsanwaltschaft ist sich jedoch sicher, dass das Ehepaar danach den Bauplan wissentlich so veränderte, dass doch eine Genehmigung erforderlich gewesen wäre. Für die Ermittler steht somit fest: Die acht Käufer der Eigentumswohnungen wurden betrogen und die Immobilie ist ein klassischer Schwarzbau. Das rief prompt die Nachbarn und die Stadt auf den Plan. Die wollte das zu groß geratene Gebäude abreißen lassen (die WZ berichtet). Eine entsprechende Verfügung liegt nach dem Einspruch der Bewohner seit Monaten auf Eis.

Morsbach-Anwalt bestätigt
finanzielle Regelung mit Nachbarn
Doch zumindest in diesen zivilrechtlichen Teil des Falles ist hinter den Kulissen Bewegung gekommen.
Gegenüber der WZ hatte Morsbach bereits im vergangene Jahr angekündigt, die Nachbarn des mutmaßlichen Schwarzbaus auszuzahlen und damit den drohenden Abriss verhindern. Jetzt bestätigt Morsbach-Verteidiger Rolf Köster gegenüber der WZ, dass die beiden betroffenen Nachbarn eine „finanzielle Entschädigung in sechsstelliger Höhe” erhalten haben.
Für das Mehrfamilienhaus sei bereits eine neue Baugenehmigung beantragt worden, bestätigte Morsbach-Anwalt Köster auf WZ- Nachfrage. Damit scheint die akute Abrissgefahr so gut wie gebannt zu sein.

Pluspunkte für den
Strafprozess gesammelt
Es bleiben immer noch die nicht unerheblichen Betrugsvorwürfe gegen Rudi Morsbach und seine Ehefrau. Fakt ist allerdings: Normalerweise wirkt sich eine wie die vom Investor auf den Weg gebrachte außergerichtliche Regelung für Angeklagte eines Strafprozesses positiv aus.

  • PROZE5STERMIN

VERTAGT Neuer Termin für den
Strafprozess ist der 26. April dieses Jahres.

- verfasst 2007-02-09 21:16 in Kategorie:

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