Cronenberger Woche vom 2./3. Februar 2007

„Dorf-Klima ist schöner geworden“

Auch wenn sich auf dem Hösterey-Gelände nichts getan hat, ist der Bürgerverein Sudbürger mit seinem Startjahr zufrieden.

Vor knapp anderthalb Jahren spielten sich am Schöppenberg dramatische Szenen ab: Die Feuerwehr rückte in Schutzanzügen an und nahm das Gelände der ehemaligen Firma Hösterey unter die Lupe. Anwohner-Befürchtungen, von dem Grundstück könnte eine akute Gefahr ausgehen, bestätigten sich nicht. Bodenproben ergaben aber, dass das Gelände zum Teil erheblich belastet ist, in einem Abschnitt wurde sogar das hochgradig krebserregende Chrom 6 gefunden.
Zwar hat sich seitdem nicht viel getan, dass nichts geschehen ist, wäre aber falsch: Der Fall Hösterey war Auslöser für die Gründung des Bürgervereins „Sudbürger“, der im Januar 2006 an den Start ging .„Wir sind noch am Ball“, versichert Gründungsvorsitzender Frank van Balen. Immer wieder hake man nach, „es tut sich aber nichts“.
Seinerzeit, erinnert sich Sudbürger-Vizin Sabine Böttcher, sei das Hösterey-Gelände noch als „städtebaulicher Missstand“, der dringend beseitigt werden müsse, bezeichnet worden – „jetzt scheint sich keiner mehr darum zu kümmern“, so Böttcher.
Der Bürgerverein befürchtet ein Dilemma:
Die Immobiliengesellschaft als Eigentümerin des Hösterey-Grundstückes wolle sich aus der Verantwortung stehlen und die Sanierung der Allgemeinheit zuschieben.
„Aber Fakt ist, dass die Stadt auch kein Geld hat, um was zu maehen“, glaubt Frank van Balen nicht daran, dass sich schnell etwas ändern wird. „Aber wir passen auf‘, verspricht van Balen. Trotz des Stillstandes ist das Führungsduo des Bürgervereins zufrieden mit dem Startjahr: Man sei sehr aktiv gewesen, habe zahlreiche Veranstaltungen und Aktivitäten auf die Beine gestellt und sei auf sehr gute Resonanz gestoßen. „Nach anfänglicher Skepsis sind wir inzwischen sehr gut akzeptiert“, freut sich Sabine Böttcher. Beispiel für die gestärkte Sudberger Identität: zum monatlichen Sudbürger-Stammtisch kommen durchschnittlich 30 Gäste – „das Dorf-Klima ist einfach schöner geworden“, findet Frank van Balen.
80 Mitglieder zählen die Sudbürger zurzeit, in diesem Jahr will man die 100er-Marke knacken. Das Ziel: den Verein auf eine möglichst breite Basis im Ortsteil zu stellen: „Viele Mitglieder mit vielen Ideen führen auch dazu, dass ein Verein erfolgreich ist“, hofft Sabine Böttcher auf noch mehr Sudbürger. Gerne auch auf aktive Vereinsmitglieder, denn „wir haben so viele Ideen, wir können gar nicht alles umsetzen“, laden Frank van Balen und Sabine Böttcher zum Mitmachen ein.
Am 23. Februar (19 Uhr) ist die Gaststätte Odenwaldhaus Schauplatz der ersten Jahreshauptversammlung der Sudbürger. Mehr Infos unter www.sudbuerger.de.
Auch wenn sich auf dem Hösterey-Gelände nichts getan hat, ist der Bürgerverein Sudbürger mit seinem Startjahr zufrieden.

Auf CW-Nachfrage erklärte Ansgar Toennes von der städtischen Umweltbehörde dass die Stadt eine Ordnungsverfügung zur Sanierung des Hösterey-Grundstückes gegen die Eigentümerfirma erlassen werde. Ein fertig ausgearbeiteter Sanierungsvertrag sei bis heute nicht unterschrieben. Die Immobilienfirma hat kürzlich ihren Geschäftsführer gewechselt. Mehrmalige CW-Versuche zur Kontaktaufnahme blieben ohne Erfolg.

- verfasst 2007-02-06 17:30 in Kategorie:

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