Cronenberger Woche vom 26./27. Januar 2018

Sudbürger „Promi-Nachbar“ am Stammtisch im Oktober 2017

Überraschung Stefan Hüfner ist nicht nur Co-Chef des TiC-Theaters, sondern auch Wahl-Sudberger…

Sudbürger-Chef Peter Vorsteher (li.) und Stellvertreterin Susanne Schmahl mit ihrem „Nachbarn“ Stefan Hüfner, dem Co-Geschäftsführer des kleinen, aber feinen TiC-Theaters

Sudberg. Einmal mehr einen prominenten Gast konnte der Bürgerverein „Sudbürger“ bei einem seiner Stammtische begrüßen: Mit Stefan Hüfner kam aber nicht nur der Co-Geschäftsführer des „Theater in Cronenberg“ (TiC) in die Gaststätte „Wildschütz Aue“, sondern auch ein Sudberger Nachbar.

Für manchen Stammtisch-Gast war neu, dass Stefan Hüfner bereits seit zehn Jahren am Südzipfel Wuppertals zu Hause ist. Die Wurzeln des Komponisten, Arrangeurs und Musikers liegen aber auf der anderen Wupper-Seite, in Solingen. Geboren in Hilden, ging der heute 53-Jährige in Wald zur Schule. „Das Bergische ist mir vertraut, durch die Oma sogar das Platt“, plauderte Hüfner aus dem Nähkästchen.

Später in der Schulzeit entdeckte er sein Interesse an Musik und Geschichte, beide Fächer studierte er schließlich auch in Duisburg auf Lehramt: „Doch zu dieser Zeit hatte ich schon das Gefühl, das Leben bringt noch was anderes“, berichtete Stefan Hüfner. Ende der 1980er Jahre stellte er dazu die Weichen, als er an der renommierten Folkwang-Schule in Essen Jazz und Komposition zu studieren begann.

„Was machst du nun als Komponist?“, lautete nach dem Diplom die Frage – Hüfner ging für ein Jahr nach Kanada. Wieder zurück, meldete sich der Westdeutsche Rundfunk (WDR) und beauftragte Hüfner mit Kompositionen fürs Fernsehen. Eher durch Zufall ergab sich dann der „Draht“ zum TiC: „Ich kannte jemanden aus Essen, der bereits für das TiC arbeitete und mich mangels Zeit fragte, ob ich das nicht übernehmen könne“, erzählte Hüfner – er übernahm und wurde zum TiCler. Als das Theater im Jahre 2005 in Schräglage geriet, stellte Konkursverwalter Stephan Ries dann Stefan Hüfner zusammen mit Ralf Budde ans Steuer.

„Mit allen Kräften haben wir das hinbekommen“, blickt Stefan Hüfner, der seit 2008 auch Lehrbeauftragter im Studiengang Integrative Komposition an der Folkwang-Universität der Künste in Essen ist, auf die vergangenen zehn Jahre zurück. Mit seinen bis zu 30.000 Zuschauern im Jahr ist das TiC-Theater längst besser besucht als die Schauspielsparte der Wuppertaler Bühnen – darauf ist man zu recht stolz. „Als Theaterleiter sollte man auch vor Ort wohnen“, erläuterte Hüfner seinen Entschluss, von Mülheim nach Sudberg zu ziehen.

Dort wohnt es sich nicht nur sehr gut, Hüfner hat in Sudberg auch ein Studio eingerichtet, in dem er manche Musik auch fürs TiC einspielt. Hüfners Schwerpunkt sind natürlich die Musik-Produktionen des TiC. „Hätten wir nicht zwei Spielstätten, wären wir im Eimer“, bekannte der Musikalische TiC-Leiter offen. Aber zum Gelingen tragen auch viele Sponsoren bei, der TiC-Club, also der Förderverein („Jedes Mitglied ist auch Gesellschafter des TiC“), und natürlich die Gesellschafter der gemeinnützigen GmbH.

Nicht zuletzt engagieren sich aktuell rund 60 Darsteller im und für das TiC-Theater. Neben einer Aus-bildung zum Veranstaltungstechniker, Maskenbildner und vielen weiteren Berufen machten hier auch manche inzwischen gestandene Schauspieler ihre ersten Bühnenerfahrungen. Momentan sind es acht TiC-Darsteller, die in die große, weite Welt des Theaters hinausgezogen sind und an verschiedenen Hochschulen beziehungsweise Bühnen im In- und Ausland Ausbildungen absolvieren.

Aber Stefan Hüfner geht noch weiter: Das TiC-Theater habe auch insofern eine Bildungsaufgabe, als es junge Menschen mit Kultur in Kontakt bringt: „Stücke für Kinder und Jugendliche sind uns daher ein besonderes Anliegen“, erklärte der Co-Chef des TiC. Stefan Hüfner versprach den Sudbürgern, sie im nächsten Jahr auch einmal hinter die TiC-Kulissen schauen zu lassen – „die Führung übernehme ich dann“, versprach der Sudberger den Sudbürgern.

Matthias Müller

- verfasst 2018-01-28 16:10 in Kategorie:

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