WZ Online vom 03.09.2017

OB Mucke will sich für den Erhalt der Sudberger Buche einsetzen

Der Oberbürgermeister war zu Gast beim Stammtisch des Bürgervereins „Die Sudbürger“ und schaute sich auch den alten Baum an.

Peter Vorsteher und die Sudbürger diskutierten beim Stammtisch mit OB Andreas Mucke (r.).

Sudberg. Einen prominenten Gast holte der Bürgerverein „Die Sudbürger“ vergangenen Freitag an seinen Stammtisch. Oberbürgermeister Andreas Mucke kam in den „Heuboden“ des Reitvereins Sudberg. „Was interessiert Sie?“, fragte er in die Runde. Den 25 Anwesenden fiel genug ein. Lebhaft wurde über den Döppersberg, Schlaglöcher und die Schadstoffbelastung im Tal diskutiert.

Sally Stursberg sprach ein Thema an, das zurzeit vielen Sudbürgern auf den Nägeln brennt. Was geschieht mit der Blutbuche auf dem Grundstück an der Ecke Schöppenberg/ Sudberger Straße? Muss der als Naturdenkmal ausgewiesene Baum wirklich um bis zu drei Meter zurückgeschnitten werden?

Den Rückschnitt begründet die untere Naturschutzbehörde mit der Freihaltung des Lichtraumprofils rund um die Sudberger Straße. Stursberg, die gegenüber dem Grundstück mit der Buche wohnt, will das nicht akzeptieren. Sie hatte Mucke bereits in einem Brief darum gebeten, sich für den Erhalt des Baums in seiner jetzigen Form einzusetzen.

Anwohner sehen Naturdenkmal als ihr Wahrzeichen

Vereinsvorsitzender Peter Vorsteher lud Mucke gleich zu Beginn des Treffens dazu ein, sich die gewaltige Blutbuche selber einmal anzuschauen. „Der Baum steht seit ungefähr hundert Jahren“, sagte Vorsteher. „Wir hängen hier sehr daran. Er ist unser Wahrzeichen.“ Vorab hatte Vorsteher die Vermutung geäußert, dass der wahre Grund für den geplanten Rückschnitt die Nähe der Buche zum nächsten Haus sei. Der Neubau sei damals zu dicht angebaut worden.

„Wir haben ein Problem“, fügte er hinzu. Dem Bürgerverein gehe es darum, dass auf dem ehemaligen Hösterey-Gelände – also dort, wo Baum und Neubau stehen – nicht weiter gebaut wird. Auch den Zuzug weiterer Familien und die Bebauung weiterer Flächen sieht Vorsteher kritisch wegen der fehlenden Infrastruktur. Das Problem seien weniger die engen Straßen als die Parkplatzsuche der Anwohner. Nach einer guten Stunde Diskussion brachen die Sudbürger und ihr Gast zum Ortstermin auf.

Der Oberbürgermeister sah den Baum und äußerte sich eindeutig: „Super! Ein schöner Baum.“ Sein Büroleiter Michael Telian ergänzte, man werde sich der Sache annehmen. Kurzentschlossen klingelte Sally Stursberg beim Mieter des Neubaus, der wenig später auf die Straße trat und vorschlug, sich an den Hausbesitzer zu wenden. Für ihn persönlich könne ruhig alles beim Alten bleiben. „Ich habe mich ja wegen des Baumes für das Haus entschieden.“ dad

- verfasst 2017-09-04 21:00 in Kategorie:

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