Cronenberger Woche vom 10/11.06. 2005

“Das Chaos ist vorprogrammiert”
Bezirksvertretung hat Vorbehalte gegen ein Neubauprojekt an der Sudberger Straße/Stadt befürchtet „städtebaulichen Missstand“

Sudberg. Einmütig hat die Bezirksvertretung Cronenberg in ihrer Juni-Sitzung Bedenken gegen ein geplantes Bauvorhaben an der Ecke Sudberger Straße/Schöppenberg angemeldet. Auf einem ehemaligen Firmengrundstück plant ein Investor die Errichtung von 27 Einfamilienhäusern als Reihen- oder Doppelhäuser.
Wie Peter Wohlgemuth vom zuständigen Ressort Stadtplanung in seiner Stellungnahme deutlich machte, ist zumindest für einen Teil des Bauprojekts ein neuer
Bauleitplan notwendig. Zudem gibt das Ressort zu bedenken, dass für die Erschließung des Neubaugebietes die Zufahrtsstraßen ausgebaut werden müssten – die Sud-
berger Straße auf eine Gesamtbreite von acht Metern und die Straße „Schöppenberg“ auf eine Breite von sieben Metern.
Weiterhin berichtete Wohlgemuth, dass das Grundstück erheblich mit Bodenverunreinigungen belastet sei. Der Investor sei zur Sanierung bereit. Die Wirtschaftlichkeit des Projekts stehe und falle jedoch mit dem Bau der anvisierten 27 Häuser. Würde die Anzahl gestutzt, spränge der Investor ab, sodass durch den Verfall des
Firmengebäudes ein „Städtebaulicher Missstand“ drohen würde. Trotz dieser Aussage wurden in allen Wortmeldungen der Bezirksvertreter Bedenken gegen die Größe des Bauprojekts deutlich. Peter Vorsteher (Grüne), Volker Lohmann (UWG), Ratsherr Andreas Weigel und Gerd Weisbeck (beide CDU) sehen unisono Verkehrsprobleme im Cronenberger Süden vorprogrammiert: „Wir haben nur einen Abfluss von und nach Sudberg ‘, gab Peter Vorsteher zu bedenken
„Chaos in Sudberg sieht gar Andreas Weigel drohen: „Ich kann nur dringend vor Zustimmung warnen.“ Während Volker Lohmann sein „Nein“ zu weiteren Bauprojekten in Sudberg zu Protokoll gab, warnte Oberbürgermeister Peter Jung vor einer solchen grundsätzlichen Ablehnung. Das Vorhaben sei zwar massiv, aber „wir brauchen Wohnraum für Familien im Außenbereich“. Daher sollte man ein positives Zeichen setzen, und zwar für eine aufgelockerte Bebauung.
Die Bezirksvertretung will sich nun vor Ort mit dem Investor treffen. In der September-Sitzung will sich die BV dann erneut mit dem Bauprojekt befassen.

- verfasst 2006-05-22 17:31 in Kategorie:

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